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7.2 Znüni und Znünirituale

7.2.1 Znüni

Das Znüni ist eine kleine Zwischenmahlzeit, um die lange Zeit zwischen dem Frühstück und dem Mittagessen zu überbrücken. Die Kinder bleiben leistungsfähiger und konzentrierter. Sie sollten jedoch nicht zum Essen gezwungen werden.

Ein ausgewogenes Znüni enthält eine Portion (Handvoll) Gemüse oder eine Portion Frucht. Als Getränk bietet sich Wasser oder ungesüsster Tee an. Je nach Hunger des Kindes kann das Znüni mit einem Getreideprodukt, wie z.B. Knäckebrot, Brot oder Vollkorncracker, mit einem Milchprodukt, wie z.B. Käse, und einer Handvoll ungesalzener Nüsse ergänzt werden. Als Znüni nicht geeignet sind Süssigkeiten, Getreideriegel, Süssgetränke, Chips etc., weil sie eine hohe Energiedichte haben und das Sättigungsgefühl nur kurz anhält. Kinder bekommen zwar einen kurzzeitigen Energieschub, erleben aber anschliessend ein grosses Hungergefühl und sind insgesamt weniger leistungsfähig.

Folgende Ideen/Regeln helfen den Kindern und Eltern, ein passendes Znüni in den Kindergarten/die Schule mitzubringen.

  • Die Kinder in der Klasse «Sagenland» bringen ein «Sagenland-Znüni» mit. Dieses soll farbig, frisch, saisonal … sein. Das Znüni ist kein Dessert. Tipps dazu finden sich auf dem Znüniflyer (grüne und orange Lebensmittel).
  • Für den Apéro am Elternabend zusammen mit den Kindern frische, farbige, saisonale und abwechslungsreiche Znüniböxli vorbereiten.
  • Mit den Kindern z.B. auf dem Markt Früchte/Gemüse einkaufen und daraus ein Znüni zubereiten.
  • 1x/Woche an einem bestimmten Wochentag bringen alle Kinder eine Frucht oder ein Gemüse für das gemeinsame Znünibuffet mit, von dem alle probieren können. Die Früchte und das Gemüse werden gemeinsam zubereitet.
  • Znüniflyer verteilen.
  • Heft mit Znünisammlung als Ideengeber für zuhause aufbereiten.
  • Die Unterrichtslektionen der SGE nutzen, z.B. Impuls 3.

Welche Möglichkeiten gibt es, wenn Kinder regelmässig unerwünschte Znünis mitnehmen?

  • Mit Eltern das Gespräch suchen (bei mehrmaligem Vorkommen).
  • Diskussionsfrage: Was ist ein Dessert und was ist ein Znüni?
  • Kind putzt nach dem Znüni die Zähne. -> Zahnprophylaxe
  • ein Ersatzznüni anbieten.

Leit- und Reflexionsfragen

  • Welche Znünis dürfen die Kinder in den Kindergarten/die Schule mitbringen und welche Lebensmittel nicht?
  • Nehmen die Kinder ihre Getränke selbst mit oder bietest du ihnen Getränke an? Welche?
  • Wie kommunizierst du den Eltern und Kindern, welche Regeln im Kindergarten/in der Schule bezüglich Znüni gelten?
  • Was machst du, wenn Kinder unerwünschte Znünis mitbringen?
  • Welche Regeln stellst du für das Znüni-Essen auf?

7.2.2 Znünirituale

Damit Kinder ihr Znüni geniessen können, soll die Znünipause nicht gleichbedeutend mit der Pause sein. D.h., die Kinder geniessen zuerst das Znüni und haben danach genügend Zeit für die Pause. Muss das Znüni in der Pause gegessen werden, kommen die Kinder in ein Dilemma: Will ich essen oder will ich mich bewegen und spielen? Es entsteht Stress und das Znüni kann nicht mit allen Sinnen genossen werden.

Ideen für Znünirituale:

  • Für die Kinder gibt es z.B. von 9.00 bis 9.45 Uhr einen Znünitisch. Sie können in diesem Zeitfenster selbst bestimmen, mit wem und wie lange sie Znünipause machen. Die Kinder lernen dadurch, auf ihr Hungergefühl zu hören, und erleben Selbstwirksamkeit.
  • Znüni gemeinsam mit allen Kindern auspacken, zubereiten und essen. Dies kann im Kreis, aber auch in kleinen Gruppen geschehen.
  • Mit den Kindern früher in die Pause gehen und das Znüni vor der Pause draussen gemeinsam essen.

Leit- und Reflexionsfragen

  • Welches Zeitfenster steht den Kindern für das Znüni zur Verfügung?
  • Haben die Kinder die Möglichkeit das Znüni zu geniessen und anschliessend noch genügend Zeit sich zu bewegen?
  • Was kann ich ändern, damit sich Essen und Bewegen/Spielen nicht konkurrenzieren? Welches Znüniritual pflegst du in deiner Klasse?