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27. Februar 2025

05 Bewegungsangebot gestalten

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5.3 Variantenreiche Bewegungsangebote

Allen Kindern in der Bewegungsförderung gerecht zu werden, ist eine Herausforderung. Der motorische, kognitive, emotionale und soziale Entwicklungsstand ist bei gleichaltrigen Kindern unterschiedlich und somit ist die Gefahr der individuellen Über- oder Unterforderung gross. Darum ist es besonders wichtig, Bewegungsaufgaben mit vielen Variationen und individuellen Lernwegen anzubieten, damit möglichst alle positive Erfahrungen sammeln können.

Es folgen einige Tipps für niveaudifferenzierte und variierende Bewegungsaufgaben. Für die Kinder bleiben diese über längere Zeit hinweg interessant und die Lehrpersonen müssen sich nicht immer neue Bewegungsaufgaben ausdenken (nach Lienert et al. (2013). S. 109 -110).


Seitigkeit

  • Immer alles rechts und links ausführen
  • Beidhändig / beidfüssig

Raum

  • Vorwärts, rückwärts und seitwärts
  • Oben-, zwischen-, unten durch
  • Über, auf, unterhalb

Umgebung

  • Eben, schiefe Unterlage, harter Boden, Weichsprungmatte, wechselnde Untergründe
  • Bergab, bergauf, Hanglage, im Wald, im Wasser, im Dunkeln

Bewegungsqualität, Gegensatzerfahrungen

  • Dynamik
    • Langsam (Zeitlupe) – schnell (Zeitraffer), rhythmisch, Rhythmen
    • Verändern, Akzente verschieben
  • Krafteinsatz
    • Bewegung nach Adjektiven ausführen (schlaff, explosiv, nah, weit, dosiert, mit viel/wenig Spannung)
    • Bewegung nach Bildern ausführen (z.B. wie ein Cowboy, langsam wie das Faultier)
  • Präzision
    • In ein Ziel, synchron, «schön», unästhetisch, nachäffend, absichtlich anders
  • Ausdruck
    • Emotionen und Zustände interpretieren (laut – leise, fröhlich – traurig, wild – sanft, stark – schwach, leicht – schwer)

Bewegungsart

  • Kriechend, auf einem Bein, symmetrisch, aus dem Liegen, kopfüber

Wahrnehmung

  • Akustische, optische, taktile, kinästhetische, vestibuläre Reize

Kombination

  • Zusätzliche Wege, Tore, Matten, Hindernisse
  • Mehr Bälle, Felder, Gegner etc.
  • Zwei Bewegungen wie z.B. Seilspringen (Hüpfen und Schwingen)

Sozialform

  • Alleine, parallel, zu zweit, zu dritt, in der Gruppe, miteinander, gegeneinander

Bewegungsverwandtschaften

  • Gleiche Bewegungen in verschiedenen Situationen erleben
  • Rotationen am Boden, an einer Stange etc.

Die vielseitige Variation der elementaren Bewegungsbedürfnisse führt zu einem grossen Bewegungsrepertoire, von der intuitiven zur bewusst gesteuerten Bewegung, und damit zu verbesserten Fertigkeiten. Das Kind lernt ausserdem, mit Bewegungen spielerisch umzugehen und sie eigenaktiv zu gestalten.